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Autor: Anonym
Über meine Spielesucht... (1)

Ich glaube, ich war 15, da gabs zu Weihnachten einen Computer (C64). Ich war direkt süchtig. Computerspiele fixen sofort an – ist man anfällig, hat man von Anfang an verloren.
Ziemlich schnell hatte ich auch das Genre raus, was mir am besten gefiel: Rollenspiele. Anfangs Bards-Tale (I-III), später die AD&D-Reihen.


Irgendwann gab es einen PC. Erste LAN-Games (vernetzt mit anderen Rechnern) wurden gestartet.
Schließlich – Wunderwelt der Technik – das Internet. Für Zocker ist das Internet der Himmel auf Erden. Kein Spiel macht soviel Spaß wie in der Gesellschaft – und gerade Rollenspiele sind prädestiniert für das Spiel über Modem/DSL.

Man muss sich das so vorstellen (vorausgesetzt, man geht nicht zur Arbeit):
Morgens aufstehen – total müde.
Rechner an – Kaffee kochen – Spiel reinladen – zocken.
Zigaretten und Kaffee – zocken
Nachmittags kurz ins Bett
Danach wieder spielen
Hunger – schnell eine Dose Ravioli, Zigaretten, Bier einkaufen – zocken
Zocken bis Morgens um 5, dabei Zigaretten und Bier.

Das... macht man solange, wie es irgendwie geht. Dabei fühlt man sich im Prinzip ziemlich beschissen. Um so schlechter man sich fühlt, um so größter wird die Sehnsucht, sich im Spiel zu betäuben – ein Kreislauf.
Man ist nicht mehr in der Lage, sich richtig zu konzentrieren. Immer wieder denkt man an die Spielewelt. Wann immer es geht (auch vom Arbeitsplatz aus) ist man auf den Webseiten zum Spiel und recherchiert die Tausenden von Daten, die zu einem gutem Online-Rollenspiel gehören.
Auch dosieren kann man das Spielen nicht. Man kann nicht sagen: nur 1 Stunde täglich. Erstens ist eine Stunde eine geradezu lächerlich kurze Zeitspanne (was Eltern von spielesüchtigen Kindern zum Beispiel nie verstehen). Zum anderen kann man auch keinem Alkoholiker sagen: „Trink doch heute Abend einfach nur 2 Flaschen Bier anstatt 20“.
So funktioniert das nicht.

Die Faszination ist gewaltig - deren Quelle ist mir nicht ganz klar. Bei einem Online-Rollenspiel habe ich oft unglaublich monotone Tätigkeiten über Stunden hinweg ausgeführt (das gehört zum Spielprinzip)
Für Goldstücke, Erfahrungspunkte oder Fähigkeiten vollziehen die Spieler Stunde für Stunde die gleiche Sache – wie ein Mantra – wie Meditation. Immer ein Ziel vor Augen.
Ich habe Spiele gespielt, bei denen ich tagelang das gleiche gemacht habe – immer wieder.

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